Funpic, die Kostenlosfalle – Gastartikel
Von Vincent2k:
Es ist nicht neu, dass im Internet viele Gefahren lauern. Sie reichen von gefährlichen Computerschädlingen über Phishing-Versuche bis hin zu angeblichen Schnäppchen oder verlockenden Angeboten, die am Ende allen Teilnehmern sehr viel Geld kosten. Doch das ist nicht alles. Es finden sich auch Angebote im Internet, die tatsächlich kostenlos sind und trotzdem viel verlangen – nämlich Geduld und Nerven aus Stahl.
Wer Funpic ist und was es bietet
Funpic ist ein seit 2004 bestehender Freehoster für hochwertige Webseiten. Seit ihrer Gründung wuchs die Zahl der Nutzer immer weiter. Im Jahre 2007 wurde Funpic zur Aktiengesellschaft und zählt mittlerweile über 1.700.000 Nutzer auf rund 200 Servern. Damit gehört das Unternehmen zu den weltweit größten Freehostern mit PHP- und mySQL-Unterstützung.
Momentan bietet Funpic jedem Nutzer folgendes an:
- 5 GB Speicherplatz
- unbegrenzten Traffic
- 8 Datenbanken
- 8 FTP-Zugänge
- PHP5
- E-Mail – Support
Das klingt doch sehr verlockend, möchte man meinen, und sucht in den AGBs vergebens nach einem Haken. Doch es gibt tatsächlich keinen. Finanziert wird das Ganze über Werbeeinblendungen, die einmal pro Stunde erscheinen. Für den gebotenen Service ein mehr als fairer Kompromiss. Und deswegen konnte Funpic innerhalb der letzten fünf Jahre so stark wachsen.
Warum sich trotzdem alle beschweren
Tatsächlich war Funpic jahrelang ein großartiger Hoster mit hoher Verfügbarkeit, der in Hinblick auf die Kostenfreiheit nur selten Ausfälle hatte und so für hochwertige Webseiten eine gute Adresse war. In den letzten Monaten hat sich das aber schlagartig verändert.
Angefangen hat es mit dem Ausfall der phpmail-Funktion, sodass der Versand von E-Mails über das php-Script der Webseiten nicht mehr möglich war – gefolgt von vollen Festplatten und Überlastung der Server. Die Fehlermeldung „No suitable nodes are available to serve your request“ sieht man zur Zeit beinahe öfter als die Homepage, die man eigentlich aufrufen möchte.
Mit dem Funpic-Relaunch, der eigentlich der Verbesserung des Funpic-Angebots dienen sollte, verschlimmerte sich alles noch weiter. So gibt es nun auch noch Probleme beim Anlegen oder Aktivieren eines neuen Accounts. Nutzer, deren Namen mit A, B, C oder S beginnen, haben derzeit selten bis gar keinen Zugriff auf FTP und Datenbank.
Was dagegen unternommen wird
Das Supportforum von Funpic ist geradezu überfüllt. Manchmal gehen im Minutentakt neue Beiträge ein. Die Emotionen der User reichen von irritiert über höflich nachfragend bis zu unterdrückter oder losgelassener Wut. Die Reaktionen sind nachvollziehbar und möchte man niemandem verübeln. Allerdings wird oft vergessen, dass die Supporter im Forum im Grunde auch nur einfache User sind, die ehrenamtlich ihre Hilfe zur Verfügung stellen.
Da von der Administration weder Lösungsansätze noch irgendwelche Rückmeldungen bekannt sind, und sich so User und Supporter in den Rücken gefallen fühlen, wurde gegen Ende November 2009 eine Boykott-Aktion angekündigt. Gestern lief das Ultimatum aus – ohne sichtliche Veränderung der herrschenden Umstände. Daher befinden sich ab heute alle Supporter, die den Boykott unterzeichnet haben, im Streik. Zwar wird dadurch die Situation für die User noch unangenehmer, allerdings lohnt es sich auf lange Zeit nicht, Probleme zu supporten, die ohnehin nicht gelöst werden können, da sie der Hand der Administration bedürfen. Nur hat man von genau dieser seit sehr langer Zeit nichts mehr gehört.
Und jetzt?
Wer einen qualitativ hochwertigen und kostenlosen Webhoster sucht, ist mit Funpic zur Zeit nicht gut beraten. Entweder weicht man auf andere kostenfreie Anbieter aus oder überwindet sich, doch ein paar Euro im Jahr zu zahlen. Da auf Funpic nicht einmal das eigenständige Sichern von FTP und Datenbank gewährleistet wird, lohnt sich eine Registrierung kaum – falls diese überhaupt funktioniert.
Weitere Informationen zum Boykott unter Funpic Boykott .
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